Valentin L.

Obwohl ich in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bin und bis etwa 15 auch an allen Veranstaltungen der Gemeinde teilnahm habe ich Gott bis dahin nicht persönlich in mein Leben aufgenommen. In diesem Alter war die Art und der Inhalt des Glaubens, so wie ich ihn erlebt habe nicht attraktiv für mich.

Stattdessen fingen Partys und Alkohol an, mein Leben zu bestimmen. Damit versuchte ich mein Leben auszufüllen. Das gelang aber immer nur für kurze Zeit und so trieb ich mich immer von Party zu Party um. Parallel dazu absolvierte ich mein Abitur und hatte auch mehrere Nebenjobs, anschließend meinen Grundwehrdienst. Für mich lief alles tadellos, ich hatte nie Probleme oder Geldsorgen. In der Zeit sah ich keine Notwendigkeit mein Leben zu ändern.

Nach der Silvesterfeier 2008 kamen mir die ersten ernsthaften Zweifel an meinem Lebensstil: Kann es sein, dass das schon alles im Leben ist? Kann ich in Partys und Alkohol den Lebenssinn finden? Soll es für immer so weitergehen? Durch meine christliche Erziehung wusste ich genau, dass die Antwort nur Nein heißen konnte.

 

Ich versuchte aus eigener Kraft ein "besserer" Mensch zu werden. Im Sommer 2008 fasste ich den Entschluss: Eine Party noch, danach kein Alkohol mehr. Die Folge meines Versuchs mich zu bessern: Betrunken fuhr ich Auto, überschlug mich und landete  in einer Bruchsteinmauer. Im Rückblick auf aktuelle Unfälle kann ich nur von Gottes Schutz reden. Ich hatte Schürfwunden an einer Hand und drei gebroche Rippen, sonst nichts. Wer das Auto gesehen hat, hätte nie geglaubt, dass jemand lebend daraus geborgen werden kann.  Doch diesen ersten Fingerzeig Gottes konnte ich damals noch nicht verstehen. Zwar fing ich an zum Gottesdienst und in die Jugendstuden zu gehen, aber noch immer war ich nicht bereit mein Leben ganz an Gott zu übergeben.

 

Mitte 2010 wurde ich dann schwer krank. Bei dem zweiten Ausbruch der Erkrankung wurde es so schlimm, dass es innerhalb einiger Tage zu künstlichem Koma und Reanimation führte. Ich weiß, dass in dieser Zeit viel für mich gebetet wurde. So schnell wie der kritische Zustand kam, so schnell verschwand er auch wieder. Selbst nicht direkt behandelnde Ärzte erinnern sich im Krankenhaus heute noch daran, wie unglaublich schnell ich aus dem todeskritischen Zustand wieder auf den Beinen war. Darin sehe ich ein Wunder Gottes.

 

Ich arbeitete danach immer aktiver in der Jugend mit, hatte aber immer noch keine Entscheidung getroffen. Ich wusste nur, den Frieden, den die anderen Christen haben, den will ich auch. Erst auf einem Baueinsatz 2013 in Tansania, kurz vor dem Rückflug wurde ich durch Marko Weiß angesprochen und gefragt, worauf ich denn warte, bevor ich mein Leben übergeben will? Meine Gewissen sagte mir: Jetzt oder vielleicht nie! Am Flughafen durfte ich dann mein Leben an Gott übergeben. Im selben Augenblick bekam eine tiefe Ruhe und Frieden. Ich wusste selbst in den Turbulenzen des Fluges, dass mein Leben jetzt in Gottes Hand ist und ich sein Kind bin.

 

Nachdem ich als Kind Gottes verstanden habe, dass ich mich immer auf Gottes Gnade angewiesen bin und er mich immer aufnehmen wird, habe ich mich zur Taufe gemeldet. Dies soll ein öffentliches Zeichen sein, dass ich ab jetzt zu Gott gehöre.