Ich bin in einem nichtchristlichen aber sehr liebevollen Zuhause aufgewachsen, habe aber durch meine Großeltern, Tanten und Onkels die Gemeinde von klein auf gekannt und war dadurch auch immer wieder mit dem Glauben im Kontakt.
Allerdings war das alles nicht so wichtig für mich.
Gott? Ja klar gibt es ihn, ich glaube an ihn. Eine Beziehung zu ihm? Bekehren? Ne braucht man nicht. Mir war nie bewusst wie wichtig eine Entscheidung für Jesus ist.  

Ich ging raus in die Welt und habe nach echtem Leben und der wahren, ehrlichen Liebe gesucht. Doch stattdessen erfuhr ich in dieser Welt viele Enttäuschungen. Um diese zu verdrängen stürzte ich mich in Arbeit.

Letztes Jahr wurde ich dann sehr krank, ich war einfach am Ende meiner Kräfte, ich konnte nichts mehr machen, mir war alles zu viel. Ich wollte nicht mehr leben und habe immer öfter daran gedacht mir das Leben zu nehmen. Hab es mir zuletzt ausgedacht wie genau ich es machen werde, es war nur noch eine Frage der Zeit bis ich es tun würde.
Ich wollte einfach, dass dieser ganze Schmerz aufhört.
Ich dachte hey, du bist dann im Himmel alles ist dann gut. Dass es nicht so sein wird war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar.

Doch was hielt mich auf? Dieser Gedanke immer und immer wieder: Was tust du deinen Eltern damit an? Die würden das niemals verkraften und würden daran kaputtgehen.
Heute weiß ich, diese Gedanken kamen von Gott und er hat mich vor der ewigen Verdammnis bewahrt.
Ich danke ihm vom ganzen Herzen für diese Bewahrung und dafür, dass er meinen Eltern so viel Kraft geschenkt hat, um diese schwierige Zeit mit mir durchzustehen.
Trotz dieser sehr schwierigen Zeit habe ich nicht daran gedacht mich an ihn zu wenden.
Aber dann, ich weiß gar nicht mehr genau wie es dazu kam, aber nach einem Gespräch mit meiner Tante hat sie mich zum Gottesdienst eingeladen und ich dachte schaden kann es ja nicht.

Die Predigt an diesem Tag hat mich so sehr berührt. Ich weiß nicht mehr genau worum es ging, aber ich weiß das ich den restlichen Tag komplett fertig mit den Nerven war.
Ich ging dann auch die Wochen darauf zum Gottesdienst, besuchte die Jugendstunde und verschiedene Predigten in anderen Gemeinden.
Habe angefangen mit dem Gedanken zu spielen, dass mir genau das im Leben gefehlt hat.

Am 1. November nach dem Gottesdienst habe ich mich irgendwie schlecht gefühlt und gedacht ne das ist nichts für dich, du wirst hier niemals angenommen oder akzeptiert werden. Was für ein unsinniger Gedanke.
Habe mich die darauffolgenden Tage wieder sehr zurückgezogen und den Gedanken mich zu bekehren so gut wie verworfen.

So sollte es aber nicht bleiben.
Am 4. November schrieb mir jemand aus der Jugend das abends in einer Gemeinde ein Vortrag wäre und ob ich nicht Lust habe hinzukommen.
Nach dieser Nachricht hatte ich einen richtigen Kampf in mir. Letztendlich habe ich mich aber dazu durchgerungen zu fahren.
Auf dem Weg dorthin habe ich gebetet das Gott mir einen Menschen schickt der eine nichtchristliche Vergangenheit hat und sich für den Weg mit Jesus entschieden hat. Damit ich einfach jemanden habe der mich verstehen und mir helfen kann.
Und ja, ich stand in der Eingangshalle der Gemeinde und plötzlich sah ich einen alten Bekannten und wir waren einfach beide sprachlos, dass wir uns an so einem Ort sehen.
Er hatte sich vor einigen Jahren bekehrt und stand mir den Abend nachdem ich ihm erzählt habe was in mir vorging, bei.

Vor einer Pause sollten wir in kleinen Gruppen zusammen beten. Ich war irgendwie überfordert, wie ich muss jetzt mit Menschen zusammen laut beten? Mir war nicht klar, dass es kein Muss ist. Mich überkam eine riesige Welle verschiedenster Emotionen und ich weiß nicht wie aber ich habe gebetet. Ich war fertig mit den Nerven und habe geweint.
Und was dann passierte, werde ich niemals vergessen. In der Reihe vor mir saßen einige aus unserer Jugend, mit denen ich vorher absolut keinen Kontakt hatte.
Gottes Plan ist einfach so wunderbar, dass ausgerechnet sie vor mir saßen und alles mitbekommen haben.
Ich wurde in der Pause sehr liebevoll von ihnen aufgefangen und nach der Predigt nachhause eingeladen. Nach einem schönen Gespräch haben sie für mich gebetet, da war für mich klar jetzt oder nie. So habe ich mich entschieden Jesus zu folgen.

Seitdem hat sich in meinem Leben einfach unglaublich viel verändert.
Mit Gottes Hilfe ist der Schmerz aus meiner Vergangenheit gestillt.
Ich konnte loslassen von allem was mich blockiert und verletzt hat. Er hat mir ein neues, reines Herz geschenkt.
Ich habe Lebensfreude, wie ich es noch nie zuvor hatte.
Ich habe das Gefühl der Geborgenheit noch nie in meinem Leben so verspürt wie jetzt, durch ihn.
Er hat mich so reich gesegnet und beschenkt. Mit wundervollen Menschen um mich rum die mich ihm jeden Tag ein Stückchen näherbringen und mir dabei helfen im Glauben zu wachsen.

In Johannes 4,14 steht geschrieben ‚wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wassers werden, das bis ins ewige Leben quillt‘
Und genau so war es, ich war durstig nach der wahren, ewigen Liebe. Dabei bietet Jesus diese Liebe, also das Wasser, völlig umsonst an. Er wartet nur darauf, dass man kommt und davon trinkt.
Und das habe ich getan, ich habe absolute Erfüllung erfahren und bekomme jeden Tag aufs Neue Kraft durch diese Quelle, seine Liebe.

Natürlich ist mir klar, dass es auch schwierige Zeiten geben wird, aber ich vertraue auf ihn und weiß er wird mich durch schwierige Zeiten hindurch tragen.
Ich gehe seitdem auch ganz anders mit Problemen und Konflikten um. Früher habe ich mich zurückgezogen, tagelang Gedanken gemacht und in Selbstmitleid gesuhlt...
Heute ist der erste Gedanke den ich habe, das muss ich mit Gott besprechen. Egal um was es geht, er ist der Erste an den ich mich wende und er nimmt mir alle meine Lasten und sorgen.

Ich werde auf Wege geführt die hätte ich niemals für möglich gehalten.
Ich wurde die letzten Monate mit seiner unerschöpflichen, bedingungslosen Liebe überhäuft und hatte eine Gebetserhörung nach der Anderen.

Ich bin sein Kind, aber ich bin nicht perfekt, habe immer noch meine Fehler und bin nicht sündlos. Aber jeden Tag aufs Neue erfahre und spüre ich seine unfassbare Gnade und Liebe, und weiß einfach egal was ist, er ist da, lässt mich nicht los und verändert mich.

Ein paar Monate nach meiner Entscheidung, war ich ehrlich gesagt auch ein wenig überfordert mit all den guten Dingen die passieren, ich kannte das einfach so gar nicht und schon gar nicht in diesem Ausmaß.
Ich habe gebetet und gefragt womit ich das alles verdient habe, warum er mich so sehr liebt und mir so viel Gutes tut.
Ich hätte das alles gar nicht verdient und konnte es einfach nicht begreifen.
Nach einigen Stunden saß ich an meinem Schreibtisch schrieb einen Text und blickte mich einfach im Zimmer um. Da sah ich auf einmal auf meinen Kalender und las
‚Wir wissen aber, dass denen die Gott lieben alle Dinge zum besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind‘ Römer 8.28
Das beantwortet doch einfach alles oder? Seitdem kann ich all die guten Dinge auch genießen.

Ich bin angekommen und habe Gott, meine wahre Liebe gefunden, die größte Liebe die ein Mensch je finden kann.
Und wenn du noch nicht das Gefühl hast im Leben angekommen zu sein. Kann ich nur sagen, Lerne Jesus kennen!